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Ein Volksfeind von Henrik Ibsen

Winterthur-Grüze | Theater Kanton Zürich

In einer für ihre Heilbäderkultur und Wasserqualität bekannten Gemeinde erkranken im Sommer vermehrt Kurgäste an Magenstörungen und Typhus. Eine Analyse des Heilwassers soll schnellstmöglich Klarheit über die Ursachen verschaffen. Die Resultate geben der Vermutung von Badearzt Dr. Tomas Stockmann recht: Das Heilwasser des Kurbades wird durch Fabrikabwässer verseucht. Die Kanalisation muss neu verlegt werden. Dr. Stockmann will seine Erkenntnis publik machen und stösst anfangs auf breite Zustimmung. Einflussreiche Bürger der Stadt und die Presse sichern ihm ihre Unterstützung zu. Als deutlich wird, dass der geforderte Umbau grosse Summen an Steuergeldern verschlingen und zudem die längerfristige Schliessung des Kurbades nach sich ziehen würde, kippt die Stimmung. Sein Bruder Peter, Stadtpräsident und Vorsitzender der Kurverwaltung, der Druckereibesitzer Aslaksen, die lokalen Redakteure, alle wenden sich von ihm ab. Als Dr. Stockmann auf einer Volksversammlung seine Stimme gegen die Vertuschung eines Skandals und eine korrupte Majorität in aller Öffentlichkeit erhebt, wird er kurzerhand zum Volksfeind erklärt. 

Henrik Ibsen verfasste das gesellschaftskritische Drama «Ein Volksfeind» 1882 als Reaktion auf die Ablehnung der skandinavischen Öffentlichkeit seines Stückes «Gespenster», das im selben Jahr veröffentlicht wurde. In dem in Chicago uraufgeführten Stück prangert er eindringlich die Missstände innerhalb einer Familie durch überholte gesellschaftliche Konventionen an. Auch die damaligen ökonomischen und gesellschaftspolitischen Umwälzungen in Norwegen in Folge der Industrialisierung fliessen massgeblich in die Entstehung von «Ein Volksfeind» ein. Diese Vielschichtigkeit des Plots verleiht dem Stück bis heute eine hohe Brisanz, welche weit über die tagespolitische Aktualität hinausweist. «Ein Volksfeind» ist eines der meistgespielten Stücke des norwegischen Autors und eine eindringliche Befragung von Demokratie, gesellschaftlichen Machtstrukturen und der Freiheit des Einzelnen gegenüber dem Kollektiv. 

Regie: Kay Neumann
Bühne und Kostüme: Monika Frenz
Video: Janne Wrigstedt
Es spielen: Nicolas Batthyany (Hovstad), Katharina von Bock (Katrine Stockmann), Julka Duda (Petra Stockmann), Hans-Caspar Gattiker (Aslaksen), Manuel Herwig (Billing), Stefan Lahr (Morten Kiil), Pit Arne Pietz (Bürgermeister Peter Stockmann), Andreas Storm (Tomas Stockmann)
 
Wo:
Winterthur-Grüze | Theater Kanton Zürich
Wann:
-
Was:
Theater
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