Norwegen heute

Im hohen Norden Europas liegt Norwegen, eine demokratische Monarchie, die von Gleichstellung, sozialer Sicherheit und wirtschaftlicher Stabilität gekennzeichnet ist.
Foto: Ilja C. Hendel

Die norwegische Wirtschaft ist aus Tradition mit der Nutzung von Naturressourcen wie Wasserkraft, Mineralen und Fisch verbunden. In den Sechzigerjahren kamen Erdöl und Erdgas hinzu. Heute ist Norwegen das drittgrößte Erdgas exportierende Land der Welt. Auch hinsichtlich der Erzeugung und Ausfuhr von Produkten aus Fisch und Meeresfrüchten liegt Norwegen weltweit in der Spitzengruppe. Für viele Gemeinwesen in Norwegen ist die Fischereiwirtschaft nach wie vor außerordentlich wichtig. Die norwegische Wirtschaft ist offen und basiert auf einem umfassenden Handel mit anderen Ländern.

Seit der Unabhängigkeit von Schweden (1905) ist Norwegen eine konstitutionelle Monarchie, doch als Nation geht das Land auf das neunte Jahrhundert zurück. Norwegen hat heute knapp über fünf Millionen Einwohner.

Die Sami sind die Urbevölkerung Norwegens, und Samisch ist eine der beiden offiziellen Landessprachen. In Norwegen gibt es auch mehrere nationale Minderheiten, und durch die Globalisierung ist das Land in zunehmendem Maße multikulturell geworden. Heute werden rund dreizehn Prozent der Bevölkerung als Einwanderer angesehen.

Monarchie: König Harald und Königin Sonja wurden 1991 gekrönt. Thronfolger ist Kronprinz Haakon. Er ist mit Kronprinzessin Mette-Marit verheiratet.

Demokratie: Die norwegische Nationalversammlung – das Storting – hat 165 Abgeordnete, die alle vier Jahre neu gewählt werden. Seit dem Zweiten Weltkrieg beträgt die Wahlbeteiligung bei der Storting-Wahl im Durchschnitt rund achtzig Prozent.

Parlament der Sami: Das Sami-Parlament (auf Norwegisch Sameting, auf Samisch Sámediggi) ist die gewählte Vertretung der Sami in Norwegen. Zu den Aufgaben des Sami-Parlaments zählen die Stärkung der politischen Stellung dieser Bevölkerungsgruppe und die Vertretung der Interessen der norwegischen Sami.

Gleichheit und Gleichwertigkeit

Wie in den anderen nordischen Ländern spielt der öffentliche Sektor eine große Rolle in Norwegen. Im internationalen Vergleich sind die Steuern relativ hoch. Andererseits werden jedoch Gesundheitsdienstleistungen und Ausbildung vom Staat finanziert. Ferner hat Norwegen ein mit öffentlichen Mitteln finanziertes System der sozialen Sicherheit.

In einem modernen Sozialstaat sind Werte wie Gleichheit und Gleichwertigkeit von großer Bedeutung. Alle Bürger haben grundsätzlich die gleichen Rechte, unabhängig von Geschlecht, sexueller Identität, ethnischer Zugehörigkeit oder Funktionsfähigkeit. Bei internationalen Vergleichen liegt Norwegen weit vorn, was Gleichberechtigung und Lebensstandard betrifft. In Norwegen sind rund siebzig Prozent der Frauen erwerbstätig. Die Gleichstellung der Geschlechter ist einer der Gründe für das starke Wirtschaftswachstum in Norwegen ab den Sechzigerjahren und den damit einhergehenden Anstieg des Lebensstandards.

Parlament und Regierung haben die Einnahmen aus der Erdöl- und Erdgasförderung mit Blick auf das Allgemeinwohl vernünftig verwaltet und dadurch einen Wohlfahrtsstaat für alle geschaffen. Norwegen hat auch einen Sparfonds mit der offiziellen Bezeichnung Statens pensjonsfond utland (Staatlicher Pensionsfonds Ausland) eingerichtet. Wenn einmal kein Erdöl mehr gefördert werden kann, wird die Rendite dieses Fonds weiterhin eine solide Einnahmequelle des Staates sein, und diese Mittel werden der Bevölkerung zugutekommen.

Durch den globalen Klimawandel ist eine Umstellung auch in Norwegen nötig. Norwegen hat das in Paris abgeschlossene internationale Klimaabkommen ratifiziert und sich verpflichtet, die Klimagasemissionen bis 2030 um vierzig Prozent zu reduzieren.

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Monarchie

König Harald und Königin Sonja wurden 1991 gekrönt. Thronfolger ist Kronprinz Haakon. Er ist mit Kronprinzessin Mette-Marit verheiratet.

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Demokratie

Die norwegische Nationalversammlung – das Storting – hat 169 Abgeordnete, die alle vier Jahre neu gewählt werden. Seit dem Zweiten Weltkrieg beträgt die Wahlbeteiligung bei der Storting-Wahl im Durchschnitt rund achtzig Prozent.

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Parlament der Sami

Das Sami-Parlament (auf Norwegisch Sameting, auf Samisch Sámediggi) ist die gewählte Vertretung der Sami in Norwegen. Zu den Aufgaben des Sami-Parlaments zählen die Stärkung der politischen Stellung dieser Bevölkerungsgruppe und die Vertretung der Interessen der norwegischen Sami.

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Elternzeit für Väter

Norwegische Eltern haben nach der Geburt eines Kindes Anspruch auf zwölf Monate Elternzeit. Davon sind zehn Wochen den Vätern vorbehalten, und neun von zehn frischgebackenen Vätern machen von dieser Möglichkeit, das Kind eine Zeit lang zu betreuen, auch Gebrauch.

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40 % Frauen in der Unternehmensleitung

In Norwegen ist gesetzlich festgelegt, dass der Frauenanteil im Leitungsgremium (Verwaltungsrat) von öffentlichen Unternehmen und privaten „großen“ Aktiengesellschaften mindestens vierzig Prozent ausmachen muss.

Money

Staatlicher Pensionsfonds Ausland

Der Staatliche Pensionsfonds Ausland ist einer der weltweit größten staatlichen Investitionsfonds. Dieser Fonds hat Mittel in mehr als 9000 Unternehmen investiert, deren Standorte in insgesamt knapp achtzig Ländern liegen.