Entwicklungspolitik und humanitäre Hilfe

Weltweit leben eine Milliarde Menschen in extremer Armut. Mitmenschen in Not zu helfen und zu langfristiger Entwicklung und mehr Gerechtigkeit in der Welt beizutragen ist eine globale Verantwortung.
Foto: Ken Opprann/Norad

Kriege und Konflikte haben 65 Millionen Menschen in die Flucht getrieben. In vielen Ländern herrscht Unruhe und Not. Klimawandel, Vertreibung und ansteckende Krankheiten kennen keine Landesgrenzen.

Die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen und die Agenda 2030 bilden das globale Rahmenwerk für nachhaltige Entwicklung, Frieden und mehr Gerechtigkeit in der Welt. Diese Agenda verpflichtet alle Staaten, auch Norwegen, zur Erreichung nationaler Ziele. Norwegen engagiert sich darüber hinaus international, um zur Erreichung der Zielsetzungen anderer Staaten beizutragen. 

Entwicklungshilfe ist eines der vielen Instrumente zur Bekämpfung von Armut und Förderung von Entwicklung. Norwegen setzt dabei Prioritäten bei Themen, die für eine positive Entwicklung besonders relevant sind: Bildung, Gesundheit und Schaffung von Arbeitsplätzen durch privatwirtschaftliche Entwicklung. Menschenrechte, Gleichstellung, Klima und Umwelt sowie Bekämpfung von Korruption sind übergreifende Aspekte der Entwicklungspolitik.

Wichtig ist eine gute Zusammenarbeit zwischen denen, die bei Katastrophen humanitäre Hilfe leisten, und denen, die ihre Arbeit mehr auf langfristige Entwicklung ausrichten. Wenn wir unseren Einsatz den schwächsten Gruppen zukommen lassen und vorbeugend arbeiten, haben wir größere Erfolgschancen. Auf diese Weise vermindern wir auch den künftigen Bedarf an humanitärer Hilfe.

Die Entwicklungspolitik umfasst weit mehr als nur Entwicklungshilfe. Dazu gehören auch Handel, Investitionen, Zusammenarbeit in den Bereichen Technologie, Forschung und Kultur sowie die Bemühungen um eine Stärkung der internationalen Rechtsordnung.

Zielsetzungen

  • Bis 2030 extreme Armut beseitigen
  • Bis 2030 gute staatliche Strukturen und Menschenrechte für alle sichern
  • Dazu beitragen, dass die Nachhaltigkeitsziele auf der Grundlage von Rechten verwirklicht werden
  • Menschen in Not die erforderliche Hilfe geben und schützen
  • Zu dauerhafter Entwicklung und Unabhängigkeit von Entwicklungshilfe beitragen 
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Bekämpfung von Kapitalflucht und Korruption

Maßnahmen zur Erhöhung des Nationaleinkommens, Steuern und die Bekämpfung von Kapitalflucht sowie die Bekämpfung von Korruption sind für die Entwicklung eines Landes weit wichtiger als Entwicklungshilfe aus dem Ausland. Die jährliche Kapitalflucht aus Entwicklungsländern macht etwa 1,26 Billionen Dollar aus. Zum Vergleich hat die weltweite Entwicklungshilfe einen Umfang von schätzungsweise 120 Milliarden Dollar.

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Programm „Fisch für Entwicklung“

Die Entwicklungshilfe für die Fischerei in dem südindischen Bundesstaat Kerala im Jahr 1952 war der Beginn der norwegischen staatlichen Entwicklungshilfe. Heute hat Norwegen die Entwicklungshilfe für Fischerei aus strategischen Gründen im Programm „Fisch für Entwicklungshilfe“ gebündelt. Das Ziel ist die Bekämpfung von Armut durch Nahrungsmittelsicherheit, nachhaltige Ressourcenverwaltung und profitable Unternehmen.

Norwegens beitrag

  • Beitrag zu guten Koppelungen zwischen humanitärer Hilfe und langfristiger Entwicklung
  • Entwicklungshilfe als Katalysator für private Investitionen und die Schaffung von Arbeitsplätzen
  • Verstärkung von humanitärer Hilfe und Bemühungen um langfristige Entwicklung in wenig robusten Gebieten
  • Beitrag zu mehr Handlungsspielraum, Selbstbestimmung und gesellschaftlichem Einfluss von Mädchen und Frauen
  • Ausbildung von Mädchen, Ausbildung in Krisen- und Konfliktgebieten und Erhöhung der Ausbildungsqualität
  • Führende Rolle in Bezug auf Maßnahmen zur Senkung der Kinder- und Müttersterblichkeit und Verhinderung der weiteren Verbreitung von HIV und Aids, Tuberkulose, Malaria und anderen ansteckenden Krankheiten
  • Treibende Kraft für anspruchsvollere Klimaziele zur globalen Senkung von Emissionen
  • Investitionen für erneuerbare Energie als Beitrag zur Verminderung der globalen Klimaemissionen
  • Jährlich rund ein Prozent des Bruttoinlandprodukts für Entwicklungshilfe und humanitäre Hilfe
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Förderung von privatwirtschaftlicher Entwicklung

In den nächsten zehn Jahren werden eine Milliarde Jugendliche in das Erwerbsleben eintreten. In Entwicklungsländern befinden sich neun von zehn Arbeitsplätzen im privaten Sektor. Ein wichtiges Element der norwegischen Entwicklungshilfe ist daher eine Förderung der privatwirtschaftlichen Entwicklung, unter anderem durch den Staatlichen Investitionsfonds für die Privatwirtschaft in Entwicklungsländern (Norfund).

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Gesundheit von Müttern und Kindern

Norwegen ist sich bewusst, dass die Gesundheit von Müttern und Kindern mit deren Ausbildung zusammenhängt. Mädchen und junge Frauen, die eine Schule besuchen und danach eine Berufsausbildung absolvieren, sind älter, wenn sie heiraten und Kinder bekommen. Die Ausbildung von Mädchen und Frauen ist daher für die Senkung der Mütter- und Kindersterblichkeit außerordentlich wichtig.