Wirtschaftsrat tagt zur maritimen Wirtschaft in Hamburg und Kiel

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Teilnehmer der Frühjahrstagung des Wirtschaftsrates beim Besuch der TKMS-Werft in Kiel. Foto: Norwegische Botschaft

Die Themen Digitalisierung und Zusammenarbeit beim U-Boot-Bau standen im Mittelpunkt des Frühjahrstreffens des Wirtschaftsrates Mitte Mai in Hamburg und Kiel.

Die Treffen des Wirtschaftsrats finden zweimal im Jahr statt und stellen seitens der Königlich Norwegischen Botschaft ein Angebot für norwegische Firmen dar, die Interesse an einer Zusammenarbeit mit Deutschland haben.

Zum Auftakt der Konferenz tagten die Teilnehmer in Hamburg. Das Zertifizierungsunternehmen DNV GL stellte einen Konferenzraum mit Hafenblick zur Verfügung, was perfekt zum Thema maritime Wirtschaft passte. Sowohl Norwegen als auch Deutschland haben kürzlich neue Meeresstrategien veröffentlicht.

In ihrem Grußwort sagte Botschafterin Elisabeth Walaas, dass es natürlich sei, neue Märkte auf einem Gebiet zu suchen, in dem Norwegen bereits über Potenzial verfüge. Norwegen habe eine lange Geschichte im Offshore-Bereich und gehöre zu den Weltführern, wenn es um Digitalisierung geht.

Das Treffen war diesmal in zwei Panels eingeteilt. Im ersten Panel stand die maritime Digitalisierung im Mittelpunkt, so zum Beispiel die Fragen, wie Industrie 4.0 den maritimen Sektor beeinflussen wird und welche neuen Geschäftsmöglichkeiten sich hieraus ergeben können. Experten der DNV-GL , der Wärtsilä SAM Electronics GmbH und der WAGO Kontakttechnik GmbH & Co. KG
 haben jeweils einen Vortrag gehalten. DNV-GL wies als führender Zertifizierer im maritimen Bereich auf fehlende Richtlinien in der schnellen digitalen Entwicklung und auf das Fehlen international geltender Regeln hin. Alles, was digitalisiert werden kann, werde digitalisiert, so lange eine Wertschöpfung stattfindet. Gegenstand der Diskussion waren darüber hinaus selbstständige/unbemannte Containerschiffe, Smart Ports und 3D-Drucker, die Bootsteile und Waren unterwegs herstellen können.

Hochrangige Panel-Teilnehmer, unter anderem vom deutschen Verteidigungsministerium und ThyssenKrupp, diskutierten im zweiten Panel über die Entscheidung Norwegens, deutsche U-Boote zu kaufen, und die hiermit gestartete gewinnbringende Industriezusammenarbeit, die eine Voraussetzung des Vertrages ist, der in zwei Jahren unterzeichnet wird. Dies ist ein Meilenstein in der deutsch-norwegischen Zusammenarbeit und eröffnet neue Geschäftsmöglichkeiten und Innovationen, auch für die zivile Industrie. ThyssenKrupp geht davon aus, dass das Projekt einen neuen Standard für den zukünftigen Bau von U-Booten setzen wird.

Auch über die Folgen des Brexit für die deutschen Häfen und welche Merkmale eine wettbewerbsfähige Hafenstadt haben muss – Oslo und Hamburg punkten hier hoch! –, tauschten sich die Teilnehmer aus. Color Line berichtete von smarten Häfen und Umweltherausforderungen mit ständig strengeren Umweltvorschriften. Color Line setzt auf die Plug-in-Hybrid-Technologie und eigene Shore-Power-Stationen in den Häfen. Die erste Fährverbindung, betrieben mit der neuen Technologie, wird Sandefjord-Strømstad sein.

Der Tag endete mit einem Besuch bei der ThyssenKrupp Marine Systems GmbH in Kiel, wo die Teilnehmer eine sehr interessante Führung durch die Werft, die die bestellten U-Boote bauen wird, erhalten haben.