8. Juni ist Welttag der Meere und Ozeane

Plastsøppel
Foto: Utenriksdepartementet

Die Norweger leben seit mehr als tausend Jahren am Meer und vom Meer: Das Meer ist für uns sowohl eine Lebensweise als auch eine Lebensgrundlage. Der Welttag der Meere und Ozeane (8. Juni) soll ein größeres Bewusstsein für die Bedeutung des Meeres schaffen und die aktuellen globalen Herausforderungen vor Augen führen.

Berichten zufolge landen jedes Jahr 8 Millionen Tonnen Plastikmüll in unseren Meeren. Der Plastikmüll verschwindet nicht einfach, sondern wird am Ende zu Mikroplastik umgewandelt. Meeresmüll und Mikroplastik in unserer Umwelt ist ein wachsender Grund zur Besorgnis.

Im Juni 2017 legte die norwegische Regierung dem Parlament ein Weißbuch zu den Themen Abfallpolitik und Kreislaufwirtschaft vor. Dieses Weißbuch beinhaltet auch eine „Plastik-Strategie“: Norwegen ist bestrebt, die Menge an Meeresmüll und Mikroplastik sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene zu verringern. Dieses Weißbuch wurde vom Parlament im Februar 2018 befürwortet.

Die Tatsache, dass 80 % - vielleicht sogar 90 % - des Meeresmülls aus Quellen auf dem Festland stammt, zeigt ganz deutlich, wo der Schwerpunkt unserer Bemühungen liegen muss. An erster Stelle muss eine effektive und nachhaltige Abfallwirtschaft stehen. Es darf gar nicht erst soweit kommen, dass Plastik in unseren Meeren landet. Zusätzlich ist es wichtig, gefährdete Küstengebiete zu säubern.

Auf internationaler Ebene ist es am wichtigsten, die Effektivität und Nachhaltigkeit der Abfallwirtschaft zu stärken und hierfür Kapazität zur Verfügung zu stellen. Norwegen setzt sich für ein umfangreicheres internationales Engagement und die Umsetzung der vorhandenen Gesetze, Aktionspläne und Strategien ein, um Meeresmüll und Mikroplastik zu bekämpfen.

Im Dezember 2017 wurde auf der 3. Umweltversammlung der Vereinten Nationen ein wichtiger Meilenstein erreicht. Alle Mitgliedsstaaten stimmten einer von Norwegen vorgelegten Resolution zu. Diese beinhaltete eine langfristige „Null-Vision“:  keine weitere Vermüllung unserer Meere mit Plastik und Mikroplastik.

Die Umweltversammlung der Vereinten Nationen betonte, dass das Abfallmanagement höchste Priorität hat. Investitionen in die Infrastruktur sind hier dringend erforderlich.

Die norwegische Regierung hat ein Entwicklungsprogramm zur Bekämpfung von Meeresmüll und Mikroplastik lanciert. Dieses Programm ist für die Vermeidung von Meeresmüll vorgesehen. Außerdem soll es die Umsetzung von SDG 14 sowie die „Null-Vision“ der Umweltversammlung der Vereinten Nationen unterstützen. Allein im Jahr 2018 werden von der Regierung NOK 280 Mio. (etwa EUR 30 Mio.) für dieses Programm zur Verfügung gestellt.

Norwegen ergreift darüber hinaus die Initiative zur Einrichtung eines Gebertreuhandfonds bei der Weltbank. Dieser Fonds soll dazu beitragen, das Abfallmanagement zu verbessern und die Vermüllung unserer Meere mit Plastik zu verhindern. Unser Ziel ist, dass dieser Fonds ein wahrer Gebertreuhandfonds wird.