Smart verwaltet: Norwegen ist digitales Vorbild für Deutschland

Barcode - Foto:Didrick Stenersen / VisitOSLO
Barcode, Oslo. Foto: Didrick Stenersen / VisitOSLO

Norweger sind bestens vernetzt – untereinander und mit ihren Behörden. Als Vorbild für smarte Verwaltung und E-Government ist Norwegen 2018 Partnerland des Fachkongresses „Digitaler Staat“, der vom 20. bis 21. März 2018 in Berlin stattfindet

Im Zentrum der zweitägigen Veranstaltung stehen die Herausforderungen der Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung bei Bund, Ländern und Kommunen in Deutschland. Erwartet werden 1.000 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung, darunter auch Akteure des norwegischen E-Governments. Zum Auftakt der Veranstaltung stellt Paul Chaffey, Staatssekretär im Norwegischen Ministerium für öffentliche Verwaltung und Modernisierung, die Grundlagen des „E-Government made in Norway“ vor.

Norwegen hat seine öffentliche Verwaltung im letzten Jahrzehnt erfolgreich digitalisiert: Regierungsbehörden und Gemeinden sind vollständig vernetzt, seit 2014 ist die digitale Kommunikation der Bürger mit den Behörden der Regelfall. Das mit 5,2 Millionen Einwohnern dünn besiedelte, weitgestreckte Land Norwegen verfügt über ein flächendeckendes 4 G-Breitband-Internet, zu dem 94 Prozent aller Haushalte Zugang haben. Ganz einfach können Norweger online ihre Steuererklärung machen, Firmen gründen, Geburt, Heirat und Todesfälle anzeigen oder sich ummelden. Rezepte gehen online zur Apotheke und sogar die Einwanderung lässt sich per Mausklick regeln.

Damit hat Norwegen eine Vorbildfunktion für die Digitalisierung deutscher Ämter:„Der erfolgreiche und frühzeitige Übergang zur papierlosen Verwaltung in Norwegen ist beispielhaft auch für die anstehende Transformation der deutschen Behörden“, so Manuel Kliese, Geschäftsführer D-A-CH & Niederlande bei Innovation Norway, der wichtigsten Handels- und Wirtschaftsrepräsentanz der norwegischen Regierung. „Gern stehen wir als Partner bei der Entwicklung neuer digitaler Lösungen für öffentliche Dienstleister in Deutschland zur Verfügung.“

E-Government in Norwegen

Die staatliche Agentur Difi und das Brønnøysund Register Centre sind Akteure des norwegischen E-Governments. Auf dem Kongress „Digitaler Staat“ zeigen sie, wie die effiziente, smarte Verwaltung in Norwegen aussieht. Difi (Agency for Public Management and e-Government) berät Ämter und Organisationen bei der Entwicklung transparenter und anwenderfreundlicher Lösungen und Dienstleistungen. Sie unterstützt Verwaltungsmitarbeiter und erarbeitet einheitliche Vorgaben für das Design der staatlichen Portale. 

Das Brønnøysund Register Centre ist eine digitale Informations- und Kommunikationsplattform, die den Austausch zwischen öffentlichem Sektor und Privatpersonen oder Organisationen unter Beachtung aller geltenden Datenschutzvorschriften ermöglicht und vereinfacht. Über die vom Brønnøysund Register Centre betriebene digitale Plattform Altinn können Bürger 45 Dienstleister im öffentlichen Sektor direkt erreichen – unter anderem Ministerien, Finanzamt oder Arbeitsamt. Auch Open Data gehört in Norwegen zum Standard. Interessierte finden im Brønnøysund Register Centre in alphabetischer Reihenfolge eine Auflistung aller norwegischen Firmen sowie eine Übersicht der staatlichen Zuschüsse für jedes Unternehmen – von Steuerbefreiungen bis zur Innovationsförderung.

Fachkongress Digitaler Staat: 20. - 21. März in Berlin.

 

Quelle: Innovation Norway