Grüne Woche: Norwegische Qualität als Tourismusmagnet

Grüne Woche 2019 - Foto:Norwegische Botschaft
Norwegen bietet in diesem Jahr in Halle 8.2, Stand Nr 114 Spezialitäten aus  Trøndelag, Fjell-Norge und Nord-Norge

Bård Hoksrud, Norwegens Minister für Landwirtschaft und Ernährung, eröffnete heute den norwegischen Stand auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin. Mehr als 80 Unternehmen aus den Regionen Fjord-Norge, Fjell-Norge und Trøndelag nehmen dieses Jahr an der Grünen Woche teil.

Hoksrud hob zur Eröffnung des norwegischen Gemeinschaftsstandes die Bedeutung kleiner Hersteller von qualitativ hochwertigen Lebensmitteln für die Entwicklung des Tourismus hervor. In einem Seminar hatte die norwegische Delegation am 17. Dezember in der norwegischen Botschaft darüber diskutiert, wie die Erfahrungen und Aktivitäten der Landwirtschaft und der Rentierzucht künftig noch stärker dazu beitragen können, Norwegen zu einem attraktiven Tourismusziel zu entwickeln.

“Es gab gute Diskussionen und es wurden viele gute Inputs geschaffen, die sowohl wir als  Ministerium als auch die Mitglieder der Delegation mit nach Hause nehmen können. Dies war allerdings nur der Anfang eines Prozesses. Die Delegation wird im September zu einem Folgetreffen zusammenkommen”, erklärte Hoksrud.

Basis der Diskussion war die Tourismusstrategie des Ministeriums für Landwirtschaft und Ernährung aus  dem Jahr 2017, die von einem gemeinsamen Handeln von Wirtschaft, Verbänden und Politik zur Stärkung der Regionen ausgeht. Es wurden Maßnahmen diskutiert, wie die Agrar- und Tourismusbranche das Potenzial des Agrar- und Rentierzuchttourismus besser auszuschöpfen kann, wie die Behörden dazu beitragen können, Produktion und Innovation zu fördern und rentablere Tourismusunternehmen zu schaffen. Schließlich wurde auch beraten, welchen Beitrag die Unternehmen selbst leisten können, um Norwegen zu einem attraktiven Reiseziel zu entwickeln.

Die Teilnehmer des Seminars waren sich darin einig, dass die Gemeinden eine wichtige Rolle zur Entwicklung des Tourismus und der Wirtschaft vor Ort spielen. Der Minister will alle Bürgermeister des Landes auffordern, fünf Attraktivitäten der Gemeinden im Bereich Lebensmittel-, Tourismus- oder anderen Bereichen zu identifizieren und diese bekannt zu machen.

Im Zusammenhang mit dem Aufenthalt von Touristen auf den Farmen müssten entsprechende Hygienevorschriften ausgearbeitet werden, heißt es in der Zusammenfassung der Diskussion. Hier müssen sowohl die Landwirte als auch die Tourismusbranche und der öffentliche Sektor zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass bei Besuchen die aktuellen Vorgaben zu Hygiene und Tierschutz nicht verletzt werden.

Wichtig sei eine stärkere Vernetzung zwischen allen Akteuren im Tourismus und in der Landwirtschaft. Norwegen habe die einzigartige Möglichkeiten, eine Lebensmittel- und Tourismusnation zu werden, heißt es in den Schlussfolgerungen weiter. Man müsse stärker hervorheben, was das Land einzigartig macht: die lokale Küche und Getränkeherstellung, Rentierhaltung und Outdoor-Industrie sowie Erfahrung in der Produktion.

Während des Seminars in der Botschaft wurde eine im Dezember 2018 von Norstat im Auftrag von Matmerk durchgeführte Umfrage zur lokalen Nahrungsmittelproduktion präsentiert.  Danach sind 48 Prozent der Bevölkerung der Meinung, dass lokale Essenserfahrungen wichtig sind, wenn sie als Touristen in Norwegen reisen. Die meisten würden ausländischen Touristen in Norwegen empfehlen, Erdnüsse und braunen Käse zu probieren. 57 Prozent der Befragten gaben an, dass Esskultur in ihrer Breite, Vielfalt und Qualität das wichtigste Merkmal, das ein Land haben muss, um sich Matnation (Lebensmittelnation) zu nennen.

2018 wurden in Norwegen lokale Speisen und Getränke im Wert von 4,97 Milliarden NOK verkauft. 81 Prozent der norwegischen Verbraucher geben an, Produkte von norwegischen lokalen Lebensmittelherstellern probieren zu wollen. Insgesamt 62 Prozent der Verbraucher sind bereit, für lokale Lebensmittel einen Aufpreis zu zahlen.

Auf einer Pressekonferenz in Berlin präsentierte der Landwirtschaftsminister auch einen Bericht des norwegischen Instituts für Naturforschung, den NINA Rapport, zur Entwicklung der Jagd in Norwegen. Die Autoren gehen davon aus, dass der  mit der Jagd auf Kleinwild und Hirschwild erzielte Umsatz in den nächsten zehn Jahren um eine Milliarden NOK steigen wird. Es soll eine Arbeitsgruppe eingesetzt werden, die im Februar/März einen Aktionsplan zur Steigerung der Wertschöpfung auf der Grundlage von Jagd- und Wildfleisch vorlegen.

Der diesjährige nationalen Preis für Unternehmensentwicklung in der Landwirtschaft ging an den Hersteller von Biowurstwaren Ask Gård Foredling AS. Das Unternehmen stellt handgefertigte Bio-Wurstwaren und Fleischprodukte nach italienischen Rezepten mit norwegischen Rohstoffen her. Der Preis wird seit 1997 an ein Unternehmen vergeben, das ein innovatives und nachhaltiges Unternehmen oder eine auf landwirtschaftlichen Ressourcen basierende Industrie gegründet hat.

Die Grüne Woche läuft bis zum 27. Januar. Den norwegischen Stand finden Sie in der Halle 8.2.

Text: Businessportal Norwegen