Enttäuschung über den Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen

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Foto: Thomas Haugersveen/Statsministerens kontor

„Ich bin sehr enttäuscht über die Entscheidung der Trump-Administration über den Austritt der USA aus dem wichtigsten Klimaschutzabkommen, über das sich die Welt jemals einig werden konnte. Wir werden die Arbeit für den Klimaschutz mit unverminderter Kraft fortsetzen“, sagte Ministerpräsidentin Erna Solberg, nachdem gestern bekannt geworden war, dass Präsident Trump den Ausstieg der USA aus dem Pariser Abkommen beschlossen hat.

Das Pariser Klimaschutzabkommen wurde am 12. Dezember 2015 in Paris verabschiedet. Rund 150 Länder sind heute Teil des Übereinkommens von Paris, und es werden sich in Zukunft weitere anschließen.

„Wir werden mit anderen Ländern inklusive der EU diskutieren, wie wir gemeinsam dafür sorgen können, die Ziele des Klimaabkommens umzusetzen“, erklärte Ministerpräsidentin Solberg.

Die Ministerpräsidentin betonte, die technologische Entwicklung werde zur Senkung des Klimagasausstoßes führen.

„Die Umstellung auf erneuerbare Energien und Technologien, die zu einem geringeren Ausstoß von klimaschädlichen Gasen beitragen, findet bereits statt. Sie wird sowohl aus Umweltschutzgründen betrieben als auch aufgrund der wirtschaftlichen Möglichkeiten, die solche Investitionen mit sich bringen“, so Solberg.

„Das Übereinkommen von Paris stellt die Grundlage für die internationale Klimazusammenarbeit der absehbaren Zukunft dar. Hier stehen arme wie reiche Länder gesammelt hinter dem Ziel, die menschengemachten Klimaveränderungen zu bekämpfen. Wenn die USA sich jetzt aus der internationalen Klimazusammenarbeit zurückziehen, ist es noch wichtiger als zuvor, dass der Rest der Welt die Zusammenarbeit für eine effektive Durchführung des Pariser Abkommens verstärkt“, so Klima- und Umweltminister Vidar Helgesen.

Der Klima- und Umweltminister reist in der kommenden Woche für Gespräche mit der US-Administration in die USA. Das Klima als Bedrohung für die globale Sicherheit ist ein Thema, das die USA und Norwegen gleichermaßen beschäftigt.

Selbst wenn die USA nicht länger Teil des Abkommens sein wollen, wird es vermutlich lange dauern, bis sich dies auf den Klimagasausstoß der USA auswirken wird. Der amerikanische Energiesektor entwickelt sich auch weiterhin weg von der Kohleenergie. In vielen Bundesstaaten gibt es inzwischen ein bedeutendes Wachstum auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien.

„Einflussreiche Stimmen aus der amerikanischen Wirtschaft sprachen sich für den Verbleib der USA im Klimaschutzabkommen aus. Derselben Meinung sind auch etliche Vertreter des Repräsentantenhauses“, so Klima- und Umweltminister Helgesen.

China und andere Länder bereiten sich darauf vor, im Bereich des Klimaschutzes eine deutlichere Führungsrolle einzunehmen.

„Es ist jetzt entscheidend, den Entwicklungsländern, die eine Unterstützung für die Umsetzung ihrer Klimaziele und -pläne benötigen, eine klare Zusage zu machen, dass diese Unterstützung auch ohne die USA zugesichert werden kann. Norwegen wird seinen Teil dazu beitragen“, erklärte Außenminister Børge Brende.