Leipzig zeigt Anna-Eva Bergman

Anna-Eva Bergman
N° 20 - 1987. Modelliermasse und Blattmetall auf Leinwand, 81 x 100 cm. © Fondation Hartung-Bergman, Antibes.

Anna-Eva Bergman (1909– 1987) ist eine der bedeutendsten Malerinnen Norwegens im 20. Jahrhundert. Vom 12. Januar bis 8. April 2018 zeigt das Museum der bildenden Künste in Leipzig eine Auswahl des in Antibes entstandenen Spätwerks der Künstlerin. Es ist die bisher größte Einzelausstellung der Künstlerin in Deutschland.

Anna-Eva Bergman führte ein bewegtes Leben zwischen Norwegen, Deutschland, Spanien und zuletzt Frankreich, das ihr schließlich zur neuen Heimat wurde. Während des Zweiten Weltkriegs war sie in Norwegen als Journalistin, Schriftstellerin und Illustratorin tätig und kritisierte durch scharfe Karikaturen die deutsche Besatzung.

Nach dem Krieg widmete sie sich der Abstraktion in der Malerei. In der Nachkriegszeit gelang es ihr, sich als Künstlerin in der von Männern dominierten Kunstszene in Paris zu behaupten. 1959 stellte sie in Kassel während der 2. documenta aus.

Ihre Formensprache bezieht sich auf Motive, die ihren Ausgangspunkt in ihrer eigenen Erfahrung der nordischen Landschaft und Mythologie haben. Zentrale Themen ihrer Werke sind die Landschaft und das Licht. Mit dieser künstlerischen Thematik untrennbar verknüpft ist die Technik Anna-Eva Bergmans, auf die Oberflächen der Bilder Blattgold und -silber aufzutragen. Hierdurch entfalten die Bilder eine kühle, zugleich eindringliche Lichtwirkung. Es geht der Künstlerin nicht um ein naturalistisches Abbild von Landschaft, sondern um radikale Reduktion auf Wesentliches.

In der Abgeschiedenheit ihres Ateliers in Antibes entwickelte sie eine originäre Bildsprache, die sich allfälligen kunsthistorischen Kategorisierungen widersetzt und die es erst zu entdecken gilt. Ihre Bilder, die auf den ersten Blick spröde wirken können, fordern zu einer kontemplativen Betrachtung heraus. Sie war mit dem deutschen Künstler Hans Hartung verheiratet.

Quelle: Museum der bildenden Künste, Leipzig