22. Deutsch-Norwegisches Energieforum: Erdgas, erneuerbare Energien, Wasserstoff und CO2-Speicherung – der Mix macht´s

22. Energiforum - Foto:Innovasjon Norge
Foto: Innovation Norway

Auf dem 22. Deutsch-Norwegischen Energieforum am 25. Oktober haben 140 Expertinnen und Experten über Wege zur Erreichung der Pariser Klimaziele diskutiert. Einigkeit bestand in der Einschätzung, dass ein vielfältiger Mix aus Energiequellen und Speichermöglichkeiten nötig ist, um die Klimaziele langfristig zu erfüllen und gleichzeitig Versorgungssicherheit zu garantieren. Norwegen wird auch zukünftig eine wichtige Rolle als stabiler Energiepartner spielen. Erdgas aus Norwegen deckt bereits 30 Prozent des deutschen Gasbedarfs und kann die zunehmende Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien optimal ergänzen.

Erdgas kann in Kombination mit Wasserstoff, der mit erneuerbaren Energien hergestellt wird, künftig noch umweltfreundlicher werden. Die Entwicklung von sauberen Energietechnologien kann durch ein „Preisschild“ für CO2-Emissionen unterstützt werden, so eine zentrale Botschaft. Petter Ølberg, Botschafter Norwegens in Deutschland und Gastgeber der Veranstaltung, prognostizierte, dass die aktuelle Kohleausstiegsdiskussion in Deutschland zu einer Renaissance von Gas führen werde. Erdgas sei in Norwegen verlässlich verfügbar und werde emissionsarm gefördert: „Erdgas ist nicht nur eine fossile Energie – es kann grün werden“, konstatierte der Botschafter. 

Ingvil Smines Tybring-Gjedde, Staatssekretärin im norwegischen Ministerium für Petroleum und Energie, betonte die wichtige Rolle des „Green Shift“ in der norwegischen Energiepolitik. Neben dem hohen Anteil an erneuerbaren Energien verfüge das Land über umfangreiche Speicherkapazitäten für das Klimagas CO2 unter dem Meeresboden, die auch für deutsche Unternehmen eine Option seien. Aus CO2 und Wasserstoff lassen sich klimafreundliche künstliche Kraftstoffe herstellen. Gemeinsam mit einem stark steigenden Anteil an Elektrofahrzeugen könne dies helfen, den CO2-Ausstoß des Verkehrssektors bis 2050 um über 80 Prozent zu senken, erläuterte Volkmar Pflug von Siemens.

Ingvil Smines Tybring-Gjedde
Ingvil Smines Tybring-Gjedde, Staatssekretärin im norwegischen Ministerium für Petroleum und Energie, wirbt auf dem 22. Deutsch Norwegischen Energieforum für hohe Preise für CO2- Emissionen. Foto:Innovation Norway

Die Verfügbarkeit von erneuerbaren Energien wird auch von Wetterphänomenen direkt beeinflusst. Wie sich Wetterdaten prognostizieren lassen und welche Preisentwicklungen auf dem europäischen Strommarkt damit verbunden sind, stellte Bengt Longva vom norwegischen Unternehmen StormGeo anhand von Modellen vor.

Dass Energiespeicher ein wichtiges Element der Energiewende sind, erklärte Dr. Andreas Schröter, Geschäftsführer von DNVGL Energy. Weil die Kosten für Speicher rapide sinken, ist mit einem starken Wachstum des Speichermarkts zu rechnen. Tor Martin Anfinnsen, Senior Vice President des norwegischen Energieproduzenten Equinor, bekräftigte, dass Gas in Kombination mit Wasserstoff und erneuerbaren Energien dazu beitragen könne, CO2-Emissionen deutlich zu reduzieren. Deshalb steigere Equinor seine Investitionen in diesem Bereich jährlich.
Investiert werde in Norwegen auch in die Förderung von Bildung und Forschung zu erneuerbaren Energien, wie Rebekka Borsch, norwegische Staatssekretärin für Erziehung und Wissenschaft, betonte. Deutschland sei hier ein wichtiger Partner für Norwegen, um die Entwicklung neuer Technologien für eine nachhaltige Energiewende voranzutreiben.

Zum Abschluss hielt Gerda Geyer, Senior Advisor bei Innovation Norway, fest, dass für einen kosteneffizienten Wandel hin zu nachhaltigen Energien das Teilen von Wissen und der Austausch von Ideen zentral seien. Der Energiemarkt werde komplexer. Antworten auf Zukunftsfragen fänden sich am effizientesten durch den Transfer von Knowhow und einen engen Austausch der Marktteilnehmer: „Das Deutsch Norwegische Energieforum inspiriert Menschen, bringt Menschen zusammen und das wiederum erzeugt Geschäft.“ 

 

Quelle: Innovation Norway