„Zum Wald" - Karl Ove Knausgård kuratiert Munch-Ausstellung in Oslo

3-Drei M+ñnner, Copyright Munch Museet.jpg
Drei Männer, Edvard Munch. Copyright: Munch Museet

Wenn Norwegens großer Schriftsteller Karl Ove Knausgård „seinen Munch“ zeigt, sind Überraschungen garantiert. Das Ergebnis des Aufeinandertreffens zweier Schwergewichte norwegischen Kulturschaffens ist jetzt in Form einer ungewöhnlichen Ausstellung im Munch-Museum in Oslo zu sehen.

Der eine gilt als einer der größten zeitgenössischen Schriftsteller Europas, der andere als Ikone des Expressionismus in der modernen Malerei. Mit der aktuellen Ausstellung „Zum Wald – Knausgård über Munch”, in der Karl Ove Knausgård das Kunstschaffen Edvard Munchs interpretiert, zeigt das Munch-Museum in Norwegens Hauptstadt Oslo eine der bisher ungewöhnlichsten Zusammenstellungen Munch’schen Schaffens. Die Ausstellung umfasst mehr als 100 Malereien und 30 grafische Werke, darunter viele, die zum ersten Mal überhaupt in der Öffentlichkeit gezeigt werden.


„Ich wollte unbekannte Bilder zeigen, ausgehend von der Vorstellung, dass man Munch zum ersten Mal als den sieht, der er war, nämlich ein Maler, der nie zur Ruhe kam, der niemals erstarrte”, erklärt Knausgård seinen völligen Verzicht auf biografische oder chronologische Aspekte der Arbeiten Munchs.


Die Ausstellung ist thematisch wie räumlich in vier Teile gegliedert und beginnt im äußeren Leben: In einem hellen, lichtdurchfluteten Raum sind vornehmlich Motive von Menschen in Gärten und Parks zu sehen. Im nächsten Raum tritt der Mensch in den Hintergrund, Einsamkeit trifft auf Kraft und Wildheit der Natur. Der dritte Teil der Arbeiten führt den Besucher noch tiefer vom Äußeren ins Innere: Malereien mit Rissen und Kerben verweisen auf das Chaotische und Unfertige im Menschen. Mit einer dicht gehängten Portraitsammlung im vierten und letzten Raum huldigt Knausgård der Portraitmalerei Edvard Munchs. „Munch sah nicht nur, wer die Menschen waren, er konnte sie auch einfangen und dies vermitteln, genau so, wie er dies mit Landschaften oder Bäumen vermochte“, sagt Knausgård.


Die Ausstellung „Zum Wald – Knausgård über Munch” im Munch-Museum in Oslo wurde am 5. Mai in Anwesenheit des norwegischen Kronprinzenpaares eröffnet und ist bis zum 8. Oktober täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet.


Weitere Informationen:
Die Ausstellung im Munch-Museum: www.munchmuseet.no
Die Ausstellung bei Visit Oslo: www.visitoslo.com
Kunst und Kultur in Norwegen: www.visitnorway.com

Aufgrund des schwachen Kronenkurses ist Norwegen für Urlauber aus dem Euro-Raum schon seit ca. drei Jahren um rund zwanzig Prozent günstiger geworden.